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Diskos, Puffs und Spielhöllen

Wird Wahlfeld zu Qualfeld?

Kaum jemand wird mitbekommen haben, was auch die Presse nicht aus der Sitzung des Planungsausschusses am 26. März 2014 berichtete: Im Nordosten von Oberpleis planen Verwaltung und Politik klammheimlich einen Wandel, der vermutlich vielen mißfallen, wenige aber gut bedienen wird: Fast im gesamten Wahlfelder Gewerbegebiet östlich des Pleisbachs werden „Vergnügungsstätten aller Art“ zulässig, wenn sich während der kommenden Bürgerbeteiligung niemand wehrt!
Was droht konkret? Grundsätzlich werden Bordelle, Spielhöllen und ihre Vorboten, die Billardcenter, Internet-Cafés, Peep-Shows oder Diskotheken zulässig sowie auch sonst alles, was sich findige Unternehmer einfallen lassen, um Vergnügungsbetriebe unter oft harmlosen Umschreibungen in Städte oder Gewerbegebiete zu bringen! Die kriminelle Szene gibt’s kostenlos dazu.
Zwar betonte die Verwaltung, man habe ja „versprochen“, man werde den Planungsausschuß vorab informieren, falls ein derartiger Interessent auftauche, um im Wahlfeld neben der L143 seinen Anspruch auf Zulassung solcher Betriebe anzumelden; zwar betonte die Verwaltung auch, es bestehe mit der vorgesehenen Formulierung des Paragraphen 3 kein grundsätzlicher Anspruch darauf, einen Vergnügungsbetrieb auch bewilligt zu bekommen, doch glauben wir das nicht!

Wir haben es nahe der Altstadt am Fuß des Drachenfels' (B-Plan 10/36 'Östliche Drachenfelsstraße/Winzerstraße') erlebt und ebenso auch im Mühlenbruch (OBI, Disko, etc., B-Plan 30/14), was das Wort der Verwaltung und die Verharmlosungen trickreicher Lokalpolitiker wert sind. Nur mit größter Mühe konnte verhindert werden, daß vor der Talstation der Zahnradbahn, mitten auf der angeblich hochwertig geplanten Touristenachse ein kleines Las Vegas hätte entstehen können.

Im Mühlenbruch, dessen Diskothek in der weiteren Nachbarschaft bereits zu großer Unruhe und Unsicherheit, zu dauerndem Verkehr fast rund um die Uhr und reichlicher Belastung mit dem Müll der leichten Lebensart geführt hat, war es ein überaus zäher Kampf, wenigstens die schlimmsten Nutzungserweiterungen zu stoppen!

Im Wahlfeld mit seiner Tallage und eher lockeren, meist etwas entfernt und hangaufwärts liegenden Wohnnachbarschaft scheint es absehbar zu sein, daß hier ein weithin wirkendes Vergnügungsgebiet entstehen soll, das von Siegburg, Sankt Augustin, Hennef, Uckerath und Königswinter zahlreiche Besucher der diversen Vergnügungsstätten anziehen soll. Diese werden vor allem während der Nacht und dann insbesondere an Wochenenden wenig rücksichtsvoll anreisen, sich vergnügen und noch lärmiger wieder fortfahren, ohne daß später irgend ein davon belasteter Nachbar in nah und fern sich noch dagegen wehren könnte! Denn „grundsätzlich zulässige Vergnügungsstätten aller Art“ können dann weder vom Rat noch von der Verwaltung willkürlich abgelehnt werden.
Es gab bereits vor Jahren gezielte Nachfragen eines großen regionalen Automatenaufstellers nach dem Wahlfeld bzw. dem Osten von Oberpleis. Ob nun gezielt er bedient werden soll oder ob man generell den entsprechenden Freiraum für ein Oberpleiser 'Sankt Pauli' schaffen will, wissen wir nicht. Wir wollen aber jenen Oberpleisern, die es mit Besorgnis erfüllen könnte, wenigstens unsere Wahrnehmung mitteilen, wenn schon alle anderen schweigen! Das ist kein Bangemachen, sondern, so meinen wir, unsere Pflicht als Bürger und Volksvertreter!

V.i.S.d.P.: Ursula Brungs, Königswinter

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