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Planungen zu Lead-City Bonn – ein richtiger Schritt, aber die große Chance wurde vertan

Bahnhof Dattenfeld
Bahnhof Dattenfeld

Noch im Frühjahr sah es so aus, als wenn der Personennahverkehr in Bonn vor einer echten Innovation stünde. Vom Bund wurde ins Gespräch gebracht, Busse und Bahnen für die Kunden kostenlos bereitzustellen. Diesen Vorschlag, wofür Berlin auch entsprechende Zuschüsse zu zahlen bereit war, haben Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Kollegen aus den anderen angedachten Städten schnellstens abgeräumt.

Nun liegt ein neuer, deutlich abgespeckter Vorschlag vor. Neukunden, und nur die, sollen für zwei Jahre die Möglichkeit bekommen, ein 365-€-Jahresticket zu erwerben. Dazu sollen die aus dem Rhein-Sieg-Kreis nach Bonn führenden Linien verdichtet werden. Als dritter Baustein soll das betriebliche Mobilitätsmanagment deutlich gestärkt werden.

Dazu Frank Kemper, Kreistagsabgeodneter der LINKEN und Mitglied im Planungs- und Verkehrsausschuss des Kreistages des Rhein-Sieg-Kreises: „Hier wurde eine große Chance vertan! Zwar sind die nun vorgelegten Maßnahmen insgesamt ein Schritt in die richtige Richtung. Doch gegenüber der zunächst angedachten Lösung, den Personennahverkehr komplett ticketfrei zu stellen, handelt es sich eben nur um einen Schritt, statt eines großen Sprungs. Dazu hat der neue Vorschlag jedoch auch noch einen großen Pferdefuß: Wie will man es den 21.000 Bestandskunden denn eigentlich erklären, dass sie weiter knapp 1000 € für ihre Jahrestickets bezahlen müssen? Das kann doch nur Ärger geben!

Nun ist das alles jedoch eine Bonner Angelegenheit. Für den Rhein-Sieg-Kreis ist festzustellen, dass er nur mit ca. 15% der Förderung von insgesamt ca. 38 Millionen € (für zwei Jahre) bedacht werden soll. Hier sind nur Taktverbesserungen vorgesehen. Ticketvergünstigungen wird es hier nicht geben. Bedenkt man, dass ca. 60.000 Pendler täglich aus dem Kreisgebiet nach Bonn und zurück fahren, ist schnell erkennbar, dass dies dem Ziel, die Luft in Bonn zu verbessern, entgegensteht. Auch was nach den zwei Jahren, für die die Förderung bereitsteht, kommt, ist noch völlig offen.

Wir brauchen eine Mobilitätswende, die nicht nur die Städte, sondern auch das Umland berücksichtigt. Eine Mobilitätswende, die neben den Umweltaspekten auch den sozialen Blickwinkel berücksichtigt.

Insgesamt ist festzustellen: Ein richtiger Schritt, aber die große Chance wurde vertan.“

Information der Kreisverwaltung zu „Lead City“ an die Kreistagsfraktionen