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Der Brief von Landrat Schuster, mit der Bitte den Karneval abzusagen, ist populistisch und unausgegoren

Laut Medienberichten schrieb der um seine Wiederwahl kämpfende Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Sebastian Schuster (CDU), einen Brief an Ministerpräsident Laschet. Darin bat er um die Absage des diesjährigen Karnevals.

„Karneval ist keine Verfügungsmasse für populistsche Politiker im Wahlkampf. Klar ist, der Karneval sollte nur stattfinden, wenn die gesundheitlichen Risiken beherrschbar sind. Dazu aber fehlen uns noch wissenschaftliche Erkenntnisse“, so der Spitzenkandidat von DIE LINKE zur Kreistagswahl im Rhein-Sieg-Kreis, Frank Kemper.

„Statt auf die Absage des Karnevals zu drängen, hätte Landrat Schuster die Landesregierung auffordern sollen, ein Expertenteam aus Wissenschaftlern und Organisatoren der Karnevalsvereine prüfen zu lassen, ob und unter welchen Umständen die diesjährige Karnevalssession verantwortungsvoll durchführbar ist.
Die allein auf die finanziellen Risiken abzielende Argumentation des Landrates geht völlig fehl. Schließlich handelt es sich beim Karneval um ein historisches, bis heute quicklebendiges Kulturgut. Es sollte der öffentlichen Hand wertvoll genug sein, bei Notwendigkeit Zuschüsse in die Hand zu nehmen. Da könnte er als Landrat mit gutem Beispiel vorangehen und dem Kreistag einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten“, so Kemper weiter.

Michael Otter, Landratskandidat der LINKEN ergänzt: „Noch in der letzten Kreistagssitzung allerdings haben Schusters CDU gemeinsam mit den Grünen einen Antrag der SPD abgelehnt, nach dem die Vereine im Kreis finanziell unterstützt werden sollten. In der Begründung hieß es, die Summe sei zu niedrig, um Wirkung zu zeigen. Im Ergebnis wurde überhaupt nichts beschlossen. DIE LINKE hat dem SPD-Antrag im übrigen zugestimmt. Fällt die diesjährige Session aus, hätte das ebenfalls erhebliche finanzielle Einbußen der Vereine zur Folge. Es ist zweifelhaft, ob sich alle davon aus eigener Kraft erholen könnten. Es ist schon enttäuschend und erschreckend zu sehen, wie der Landrat nur für eine Schlagzeile den Karneval beerdigen möchte.“